Amir Daye

Amir Daye wehrt sich erfolgreich gegen falsche Verdächtigungen.

Vorwürfe widerlegt, Polizei blamiert!

Optimistisch und offenbar gut gelaunt wirkte Amir Daye als er den Gerichtsaal betrat und verkündete „ich freue mich sehr darüber, dass sich nun endlich ein Gericht mit den Vorwürfen befasst und ich bin schon sehr gespannt wie uns die Berliner Polizei ihre eigenen Methoden erklären wird“.

In der Tat kamen eine ganze Reihe überraschender Details über die Arbeit der Berliner Polizei ans Licht.

Aber was ist passiert? Amir Daye ist ein Touristikunternehmer, der verschiedene Projekte im on- und offline Bereich betreibt. Dazu gehörte auch bis zum Jahr 2007 der Reiseveranstalter Touromundo.

Im Rahmen einer Verdachtsanzeige seiner Hausbank wegen angeblicher Geldwäsche beschlagnahmte die Polizei bei einer Razzia in großem Umfang Geschäftsunterlagen, Computer und Sicherungsdateien. Die Ausführung des Geschäftsbetriebes war somit von einem Tag auf den anderen stark behindert. Amir Daye sagte: „Uns fehlte der Zugriff auf sämtliche Kundendaten und Buchungsunterlagen Es herrschte nur noch Chaos.

Hier stellte sich zunächst die Frage wie es überhaupt zu einer Verdachtsanzeige wegen Geldwäsche seitens der Hausbank kommen konnte.

Banken sind per Gesetz dazu verpflichtet Verdachtsanzeigen zu stellen, wenn ihnen Finanztransaktionen verdächtig erscheinen.

Im konkreten Fall ging es um regelmäßige Überweisungen höherer Geldbeträge in verschiedene Länder Mittel- und Südamerikas, sowie nach Afrika.

Doch schon die Dresdner Bank hatte sich offensichtlich äußerst unprofessionell verhalten und hätte erkennen müssen, dass es sich um Überweisungen in genau die Länder gehandelt hat, in die Amir Daye als Reiseveranstalter Reisen organisiert.

Wie sich herausstellte wurden mit diesen Überweisungen die örtlichen Leistungsträger, wie Hotels, Transportfirmen und Reiseleiter bezahlt. Auch der Beamte der Berliner Kriminalpolizei, der die Ermittlungen geleitet hat erkannte den Zusammenhang nicht. Doch das sollte nur der Anfang einer längeren und fragwürdigen Ermittlungstätigkeit der Polizei gewesen sein.

Im Rahmen der Auswertung der sichergestellten Geschäftsunterlagen schrieb die Polizei mehrere hundert Touromundo Kunden an und behauptete Amir Daye hätte ihre für gebuchte Reisen bezahlten Gelder ins Ausland transferiert, dort ein beachtliches Vermögen angehäuft und sich dann selbst nach Südamerika abgesetzt. Die gebuchten Reisen würden nie stattfinden und seine Firma gebe es gar nicht. Alle Behauptungen sind inzwischen widerlegt. Amir Daye hat sich immer in Berlin aufgehalten, war in seiner Firma erreichbar und das Gewerbeamt hat die ordnungsgemäße Registrierung bestätigt.

Als der Kriminalkommissar bei seiner späteren Vernehmung danach gefragt wurde wie er dazu komme solche Behauptungen zu verbreiten, wollte dieser dazu keine Angaben machen.Viele der angeschriebenen Kunden schenkten den Behauptungen der Polizei glauben, hinzu kam dass wegen der sichergestellten Geschäftsunterlagen der Laufende Geschäftsbetrieb erheblich behindert wurde und dadurch tatsächlich Reisen nicht stattfinden konnten.

Zusammen mit den Geschäftsunterlagen wurden auch mehrere hundert bereits durch Amir Daye bezahlte Flugticketdokumente seiner Kunden beschlagnahmt. Zur damaligen Zeit wurden für viele Flüge noch Papiertickets ausgestellt. So konnten zahlreiche Kunden ihre Reise nicht antreten. Amir Daye hatte erfolglos gegen die Sicherstellung der Flugscheine protestiert.

Bei seiner Vernehmung äußerte sich der Polizeikommissar auch zu diesem Punkt ahnungslos. Als er dann mit einem der Durchsuchungsprotokolle, auf dem die Sicherstellung der Tickets dokumentiert war konfrontiert wurde, sagte er nur: „dann wird das wohl so sein“.

Für zahlreiche Flugbuchungen hat Amir Daye daraufhin die Ausstellung elektronischer Tickets (E-Tix) veranlasst. Diese werden üblicherweise per E-Mail versendet. Viele Kunden waren verunsichert und fragten bei der Polizei, ob sie ihre Reise antreten sollen. Laut Aussage der Kunden wurde Ihnen von der Polizei mitgeteilt, dass man mit solchen Tickets nicht fliegen könne und ein Antritt der Reise nicht möglich sei. Auch diese Behauptungen wurden später widerlegt. E-Tickets sind übrigens heute Standard im Flugreiseverkehr.

Andere Kunden haben vor Gericht ausgesagt, der Polizeikommissar habe Sie dazu überredet sich „eine gute Geschichte“ einfallen zu lassen und so zu tun als könnten Sie die Reise nicht antreten.

So haben Kunden vor Gericht zugegeben z.B. ein tragisches Ereignis in der Familie vorgetäuscht zu haben, woraufhin Amir Daye ihnen den vollen Reisepreis erstattet hat, obwohl ein rechtsgültiger Reisevertrag vorlag und dieser von Touromundo erfüllt wurde. Somit wäre Amir Daye zur Erstattung nicht verpflichtet gewesen.

Hier entsteht der Eindruck, dass die Polizei bewusst manipulierte und eine Firma sabotiert hat.

Amir Daye hat gegenüber seinen Kunden die volle Verantwortung übernommen und die komplette Erstattung der Reisepreise für nicht angetretene Reisen zugesagt und daß, obwohl  die Reisen im Vorfeld von Ihm ordnungsgemäß bezahlt wurden und ihm klar war, dass er auf einem Großteil des Schadens sitzen bleiben wird.

Und tatsächlich erstattete er nach und nach die Reisepreise, was ihm zu diesem Zeitpunkt nicht leicht gefallen sein kann, da aufgrund der manipulativen Ermittlungen sein Unternehmen bereits „angeschlagen“ war.

Neubuchungen gingen rapide zurück, da zahlreiche Kunden in dem Glauben betrogen worden zu sein, darüber negativ in Internetforen berichtet hatten.

Schließlich machte es für Amir Daye keinen Sinn die Marke „Touromundo“ fortzuführen, es gelang ihm aber den Schaden durch seine anderen touristischen Geschäftszweige aufzufangen und seine Kunden nach und nach zu entschädigen.

Um Nachzuweisen, dass er die Gelder seiner Kunden für ihre Reisebuchungen  weitergeleitet hat und die Leistungsträger, wie  Fluggesellschaften, Hotels, Transportunternehmen usw. bezahlt hat stellte seine Verteidigung entsprechende Beweisanträge um informierte Mitarbeiter der Fluggesellschaften und anderer Leistungsträger vor Gericht als Zeugen zu hören.

Das Gericht attestierte Amir Daye eine hohe berufliche Fachkompetenz und würdigte seine Leistung zur Entschädigung der Kunden. Aus seinen Geldtransaktionen ging hervor, daß er sich für Entwicklungshilfeprojekte, sowie Projekte im Bereich Tier- und Naturschutz einsetzt. Auch dieses Engagement wurde seitens des Gerichtes gelobt.

Es war nicht das erste Mal, dass Daye eine Krise erfolgreich durchgestanden hat.

Als im Rahmen der Ereignisse um den 11. September 2001 die Flugreisebranche empfindlich getroffen wurde konnte er mit seinem damals in Kassel ansässigen Reiseunternehmen eine Reihe von Verträgen nicht erfüllen. Auch hier übernahm er für seine Kunden die volle Verantwortung und setzte sich für eine rasche Entschädigung ein. Das galt auch für Schäden die durch Zwischenhändler entstanden, die plötzlich vom Markt verschwunden sind. Sowie einer Fluggesellschaft bei der viele seiner Kunden gebucht waren und die von einem Tag auf den Anderen den Betrieb eingestellt und alle Tickets für ungültig erklärt hatte. Auch hier hat er für die Entschädigung der betroffenen bestmögliches geleistet.

Ein vergleichsweise kleiner Vorwurf wurde aufrecht erhalten. Das Gericht war der Ansicht, dass Amir Daye zum Zeitpunkt der Krise als verantwortlicher Geschäftsführer hätte Insolvenz anmelden müssen.

Da er wusste, daß ihm ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden ist und die Zukunft ungewiss war, hielt das Gericht Die Weiterführung der Geschäfte für fahrlässig und verurteilte ihn in der ersten Instanz zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Das wirkt irritierend, war es doch der fragwürdigen Ermittlungsmethoden der Justiz und Polizei zu verdanken, daß er in diese Lage gebracht wurde.

Doch auch gegen dieses Urteil setzte Amir Daye sich zur Wehr und ging in Berufung. Er hielt den Vorwurf der Fahrlässigkeit für inakzeptabel, schliesslich gelang es ihm sein Unternehmen zu retten. Er verwies darauf, daß es für ihn viel einfacher gewesen wäre Insolvenz anzumelden, dadurch schuldenfrei zu werden und später ein neues Unternehmen zu gründen. Aber wer wäre dann für den Schaden seiner Kunden aufgekommen? Sie wären darauf sitzen geblieben. Und von den Behörden, die durch ihr Versagen erheblich dazu beigetragen haben hätte niemand Hilfe erwarten können.

Das wirkt in der Tat absurd und bedeutet im Klartext, daß man auf der sicheren Seite ist und straffrei ausgeht, wenn man bei einer „Schwierigkeit“ Insolvenz beantragt, und seine Gläubiger auflaufen lässt. Amir Daye betonte, daß er in diesem Fall lieber nach „eigenem moralischen Ermessen“ gehandelt hat.

Er bedauerte sehr, daß  viele Menschen verunsichert wurden und Unannehmlichkeiten hatten.

Bei seinen zahlreichen Stammkunden bedankte Amir Daye sich dafür, daß sie sich durch die falschen Behauptungen nicht beeindrucken ließen, ihm die Treue hielten und zu ihm standen.

Die Berliner Polizei hat zwischenzeitlich erklärt, dass gegen den verantwortlichen Beamten nicht nur ein Disziplinarverfahren, sondern auch ein Strafverfahren eingeleitet wurde.